Holzbauquote Kreis Euskirchen

Um eine Einschätzung zu erhalten, welchen Stellenwert der Holzbau in der Eifel hat, näherten wir uns in 2014 dem Thema exemplarisch. Wir betrachten die Holzbauquote für den Kreis Euskirchen, und hier die statistischen Zahlen für den Wohnungsbau.

Bei der Entwicklung der neu errichteten Wohngebäude konnte sich der Baustoff Holz seit dem Jahr 2004 im landesweiten Durchschnitt um 2,5 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent steigern. Im Kreis Euskirchen liegt das Niveau der Holzbauquote seit 2004 durchgängig über dem Landesdurchschnitt und erreichte im Jahr 2013 einen Anteil von 24,4 Prozent an den gesamten Baufertigstellungen. Betrachtet man ausschließlich die waldreicheren Gebiete des Kreises Euskirchen ohne das Flachland der Voreifel, zu der die Gemeinde Weilerswist sowie die Städte Zülpich und Euskirchen zählen, so ergibt sich eine weitere Verschiebung zugunsten des Holzbaus: hier hält er einen Anteil von nunmehr 34,8 Prozent im Jahr 2013. Insgesamt zeichnet sich über die letzten zehn Jahre eine positive Entwicklung für den Holzbau ab.


Holzbauquote-Kreis-EU-bis-2013
Im Kreis Euskirchen kann eine unterschiedliche Entwicklung zwischen den Nordkreis- und den Südkreiskommunen festgestellt werden. Während im ländlich geprägten Süden der Anteil der in Holzbauweise errichteten Wohngebäude im Durchschnitt der Jahre 2004 bis 2013 über 30 Prozent liegt, kommen die Städte des Nordkreises nicht über einen 20-prozentigen Holzbauanteil. Obwohl in den Städten Euskirchen, Zülpich und Mechernich die Wohnbauten nach Wohneinheiten tendenziell mehr im Mehrfamilienhausbereich zu finden sind, in welchem Holz generell schwächer vertreten ist, liegt die Holzbauquote dennoch im Landesschnitt oder leicht darüber. Die nachfolgende Abbildung informiert über die Holzbauquote in den Kommunen im Vergleich zum Kreis und Land.

Baufertigstellungen

Zwischen 2004 und 2013 wurde in Blankenheim mit 38,26 Prozent und Hellenthal mit 35,92 Prozent etwas mehr als jedes dritte neue Wohngebäude in Holz gebaut. Betrachtet man die Entwicklung der drei Jahre 2011 bis 2013, so fallen die Kommunen Schleiden mit einer Holzbauquote von 50 Prozent und wiederum Blankenheim mit 45,16 Prozent besonders auf.

Die absoluten Zahlen zeigen die baukonjunkturellen Schwankungen der Baufertigstellungen.

Baufertigstellungen-Kreis-EU

Trotz der in den letzten Jahren gesunkenen Baufertigstellungen bei den Wohngebäuden insgesamt, konnte der Anteil der in Holzbauweise
errichteten Gebäude von 17,8 Prozent auf 21,5 Prozent im Kreis Euskirchen gesteigert werden. Allgemein hat sich der Neubau in den letzten Jahren im Kreis Euskirchen rückläufig entwickelt, so dass die Zunahme der Holzbauquote durch eine Umverteilung der Baustoffe stattfand. Generell ist festzustellen, dass im Kreis Euskirchen im Durchschnitt der letzten zehn Jahre 394 Wohngebäude pro Jahr entstanden, wovon 17,8 Prozent in Holzbauweise errichtet wurden.

Diskussion der Ergebnisse

Die hohen Holzbauquoten in Blankenheim, Hellenthal, Schleiden und Dahlem sind bemerkenswert. Es stellt sich die Frage, was die Gründe
für die hohen Holzbauanteile sind. Für die Gesamteifel gilt, dass das Bauen mit Holz in waldreichen Gegenden generell eine stärkere Verankerung in der (Bau-)Kultur und Tradition hat. Das erklärt aber noch nicht die besonders hohen Holzbauanteile einzelner Orte. Hier kommt ein weiterer Aspekt zum Tragen: aufgrund der Nähe zum Rohstoff gibt es in waldreichen Regionen vergleichsweise viele erfolgreiche Holzbaubauunternehmen. Diese verteilen sich aber nicht auf alle Kommunen gleichermaßen, sondern konzentrieren sich an einigen für die Holzbauunternehmen besonders günstigen Standorten. Für das Holzcluster und die Wirtschaftsförderung stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, wie sich die Konzentration von Holzbauunternehmen für vermehrten Holzbau in der Eifel nutzen lässt, wie ein weiteres Wachstum gefördert werden kann und ob sich davon grundsätzlich Erfolgsstrategien ableiten lassen.

(Text: Sarah Weber, Kreis Euskirchen; Stand: Februar 2015)

Seit August 2015 liegen die Zahlen der Holzbauquote der Gesamteifel, der NRW- und RLP-Eifel für 2010 bis 2014 dank der Praktikumsarbeit von Insa Wahlen, Geographiestudentin der RWTH Aachen, vor [Wahlen, Insa (2015): Holzbauquote in der Region Eifel (NRW / RLP / Belgien). Nettersheim].