Die Eifel geografisch

eine kleine Landes- und Waldkunde

Früher war sie als „Armenhaus“ oder das „Sibirien“ Westdeutschlands verrufen. Heute ist sie neben dem Sauerland die beliebteste und am meisten aufgesuchte Naherholungsregion Nordrhein-Westfalens. Zu ihrer Popularität haben neben der schönen Landschaft, den alten Burgen und den pittoresken Dörfern und Kleinstädten auch die Bekanntheit des Nürburgrings und die Regionalkrimis aus der Feder von Jacques Berndorf beigetragen. Wo aber liegt sie genau, wo sind ihre geografischen Grenzen? Und haben Wald und Holz schon immer eine große Rolle in der Eifel gespielt?

Der deutsche Schriftsteller und Politiker Ernst Moritz Arndt (1769 – 1860), der die Eifel oft und gerne besuchte, beschrieb die Lage des Mittelgebirges in sehr knapper, aber einprägsamer und vor allem auch heute noch geografisch korrekter Weise: „Die Eifel beginnt nördlich unter Gemünd an der oberen Roer, von wo man allmählig von den Bergen in die fruchtreichen Felder Zülpichs hinabsteigt, läuft in einem Bogen gegen Münstereifel herum und dann an der oberen Ahr bis gegen Altenahr fort. Von da längst dem rechten Ufer der Ahr, (…), immer gegen Osten bis der Stadt Ahrweiler gegenüber. Von hier ab südlich gegen Andernach hinaus in grader Richtung eine bis zwei Stunden Abstand vom Rheinlauf [gemeint ist: zu Fuß]. Dann an dem Maifeld hin in der Entfernung einer bis zwei Stunden von der Mosel in westlicher Richtung fort etwa eine Meile über das Flüßchen Prüm hinaus gegen Westen, wo man die Grenze etwa von Echternach zu St. Vith und Malmedy hinauf von Süden nach Norden zieht.“

Die Eifel wird heutzutage in drei Groß-Regionen eingeteilt, die wiederum in Unterregionen gegliedert werden:

  1. Vennvorland (die Gegend um Aachen)
  2. Westeifel (dazu gehören als Unterregionen u. a. westliche Hocheifel, Rureifel, Hohes Venn)
  3. Osteifel (dazu gehören als Unterregionen u. a. die Ahr-Eifel, Moseleifel, östliche Hocheifel, Kylburger Waldeifel).

Unter den Unterregionen wie der Ahr-Eifel etc. gibt es wiederum weitere, kleinere Subregionen: z. B. gehört die Vulkan-Eifel zur Hocheifel, die sowohl Teil der West- als auch der Osteifel ist. Manchmal wird die Vulkaneifel auch als eigenständige Region betrachtet, das hat aber eher touristische Gründe.

Eifelkarte

Die genauen Abgrenzungen der Eifel sind nach wie vor umstritten. Beispiel: Je nach Literaturquelle gehört das Wachtberger Ländchen und das Laacher See- Gebiet (Pellenz) zur „Rhein-Eifel“ oder überhaupt nicht zur Eifel. Man kann es aber ungefähr so ausdrücken: Die (sichere) Ostgrenze der Eifel verläuft von Bad Münstereifel im Norden über Ahrweiler bis fast zur Moselmündung bei Koblenz im Süden.

Die Westgrenze ist schwerer zu definieren, da die Eifel geografisch als Ostteil der Ardennen begriffen wird und es daher in der Abgrenzung zu den Ardennen in Belgien keine scharfe Trennlinie gibt bzw. geben kann. Die Südgrenze bildet die Mosel. Die Nordgrenze verläuft südlich von Euskirchen bis südlich von Aachen. Dazu gibt es noch weitere Begriffe für Regionen innerhalb der Eifel (z. B. Basalteifel), die nicht geografischer, sondern geologischer (im Falle der Basalteifel) oder kulturhistorischer Art sind. Diese sind nicht mit der naturräumlich geografischen Gliederung zu verwechseln. Davon wiederum ganz unabhängig sind die administrativen Regionen, also die Landkreise. Diese decken sich natürlich nicht (oder kaum) mit den natürlichen Grenzen des Mittelgebirges Eifel.