Holz-Clusterstudie NRW-Eifel

Clusterstudie Forst- und Holzwirtschaft Eifel (2008) [PDF 2.3MB]

 

Ergebnisse

Zu den wesentlichen Ergebnissen der Untersuchung gehört der Nachweis einer räumlichen Konzentration und Vernetzung der verschiedenen Wirtschaftsbranchen um das Ökosystem Wald und den Rohstoff Holz in der Eifel. Zudem konnte eine große sozioökonomische Bedeutung des Wirtschaftsgefüges Wald und Holz in der Eifel nachgewiesen werden: Der Cluster Wald und Holz Eifel ist insgesamt durch über 1.300 Unternehmen, fast 16.000 Beschäftigte und einen Umsatz von mehr als 3,3 Mrd. Euro gekennzeichnet.

Somit ist der Cluster Wald und Holz bezüglich der Beschäftigung der zweitwichtigste Wirtschaftsbereich in der Eifel nach dem Baugewerbe und rangiert beispielsweise noch vor der Metallindustrie und dem Maschinenbau. Bezüglich des Umsatzes steht der Cluster Wald und Holz in der Region an dritter Stelle, nach der Branchen Glas und Keramik und der chemischen Industrie, und vor Branchen wie z. B. Energie und Wasser und dem Baugewerbe. Innerhalb des Clusters Wald und Holz Eifel nimmt die Papierindustrie in punkto Beschäftigung und Umsatz eine dominierende Rolle ein (über 12.000 Beschäftigte und ein Umsatz von über 2,7 Mrd. Euro). Auch die Holz be- und verarbeitende Industrie weist mit fast 890 Unternehmen, über 3.500 Beschäftigten und einem Umsatz von etwa 500 Mio. Euro eine große Bedeutung in der Region auf.

Zur langfristigen Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsgefüges Wald und Holz Eifel sowie zur Unterstützung der nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklung der Region insgesamt wurden neben der Entwicklung von Zukunftsszenarien und Empfehlungen zur strategischen Entwicklung fünf prioritäre Handlungsfelder identifiziert. Hierzu gehören unter anderem die Verbesserung der institutionellen Rahmenbedingungen für das Netzwerkmanagement, die Steigerung der Holzmobilisierung und Produktdiversifizierung in der Forstwirtschaft sowie die Sicherung der Rohstoffversorgung für die Holz be- und verarbeitende Industrie. Für Teilbereiche dieser Handlungsfelder wurden ebenfalls Vorschläge für Pilot- und Modellvorhaben entwickelt. Ein starkes Netzwerk Wald und Eifel, nach Möglichkeit auch unter weiterer Einbeziehung des rheinland-pfälzischen und ostbelgischen Teils der Eifel, könnte das Wirtschaftsgefüge Wald, Forst- und Holzwirtschaft wesentlich unterstützen sowie einen bedeutenden Beitrag zum Erhalt und Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit der Region und ihrer nachhaltigen Entwicklung leisten.

 

Hintergrund

Der Förderverein Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege Nettersheim e.V. hatte das Internationale Institut für Wald und Holz NRW im November 2006 beauftragt, eine Informationsgrundlage zum Wirtschaftsgefüge Wald und Holz in der Region Eifel zu erstellen und Grundlagen für ein Netzwerkmanagement zu entwickeln. Das Ziel: Eine aussagekräftige Informationsgrundlage über den Gesellschaftsbereich Wald und Holz in der Eifel, auf deren Basis sich ein nachhaltiges, zukunftsorientiertes und erfolgreiches Netzwerkmanagement Wald und Holz in der Eifel etablieren lässt. Die methodische Herangehensweise und Datenerhebung umfasste die Recherche vorhandener Daten bei Schlüsseleinrichtungen (z. B. Statistiken, Fachdatenbanken, Studien und Veröffentlichungen), Expertenworkshops sowie individuelle Experten- und Akteursbefragungen (z. B. eine Fragebogenerhebung unter ca. 600 Unternehmen und Einrichtungen). Das Vorhaben wurde von einer regionalen Expertenrunde begleitet.