Fortbildung Eurocode 5

Fortbildungsveranstaltung „Neues im Holzbau – der Eurocode 5 in der Praxis“

Seit Juli 2012 ist die bislang gültige nationale Norm zur Bemessung und Konstruktion von Holzbauteilen DIN 1052:2008-12 durch den Eurocode 5 weitestgehend abgelöst. Bereits 1975 beschloss die Europäische Kommission ein Programm zur Beseitigung von Handelshemmnissen im Baubereich durch Vereinheitlichung der zugehörigen Normung. Außerdem haben sich der Einsatzbereich und die Leistungsfähigkeit des Holzbaus durch vielfältige Innovationen in den letzten Jahren wesentlich vergrößert. Im Rahmen des Projektes HolzCluster.Eifel, dem Leitprojekt des Netzwerks Wald und Holz Eifel, werden diese aktuellen Entwicklungen zur Stärkung des Holzbaus in der Region kommuniziert.

Am 22.08.2012 begrüßte Dr. Thorsten Mrosek, Leiter des Holzkompetenzzentrums Rheinland und Geschäftsführer des Netzwerks Wald und Holz Eifel, 76 Ingenieure und Zimmerer und informierte zu Beginn über die beiden Organisationen. Der Clustermanager Jörg Bühler stellte nachfolgend das Projekt HolzCluster.Eifel vor. Finanziert wird dieses Vorhaben größtenteils durch Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäische Union. In seinem Vortrag hob er die Schwerpunktaufgaben „Holzbau und Holzbauprodukte“ und „berufliche Qualifikation“ hervor. Hierbei geht es einerseits um geeignete Präsentationsformen zum hochwertigen Holzbau und andererseits um den Ausbau von Qualifizierungsangeboten für die gesamte Holzbranche. Er stellte dar, dass die Projektpartner und Teilnehmer die Bearbeitung der einzelnen Schwerpunktaufgaben in verschiedenen Arbeitsgruppen begleiten und betonte, dass darüber hinaus das Projekt ausdrücklich weiteren Interessenten zur Mitarbeit offen steht.

Für die von der Ingenieurkammer Bau Nordrhein-Westfalen anerkannte Fortbildungsmaßnahme „Neues im Holzbau – der Eurocode 5 in der Praxis“ konnte Herr Professor Volker Schiermeyer gewonnen werden. Er betreibt ein Statikbüro für Holzbau in Bad Oeynhausen und lehrt an der Fachhochschule Bielefeld. Er hat langjährige Erfahrung in der Planung, Konstruktion und Berechnung großer Ingenieurbauten aus Holz und ist Sachverständiger für die Prüfung der Standsicherheit von Bauwerken in der Fachrichtung Holzbau. Einleitend stellte er die aktuellen Rahmenbedingungen bezüglich der Einführung der Norm dar und verglich die nun gültige Norm mit der bisherigen. Er erklärte dabei anschaulich die allgemeinen Bemessungs- und Konstruktionsregeln sowie das nötige Heranziehen des zugehörigen Nationalen Anhangs und der einzelnen Produktnormen. Begleitend erläuterte der Referent die von Ihm und Herrn Prof.-Dr. Franz-Josef Hinkes, der ebenfalls an der FH Bielefeld lehrt, entwickelten Bemessungshilfen für Holzbauteile, Verbindungen, Holztafeln sowie für die Holzbemessung im Brandfall. Die Nutzung dieser Bemessungshilfen erklärte Herr Prof. Schiermeyer abschließend beispielhaft an den wesentlichen Bearbeitungsschritten bei der Bemessung einer Dach- und Deckenkonstruktion eines Wohnhauses.

Im Rahmen des Projektes HolzCluster.Eifel werden zukünftig weitere Seminare zur modernen Holzverwendung angeboten.